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POLYNEUROPATHISCHE
SCHMERZEN Zur Häufigkeit polyneuropathische r Schmerzen gibt es keine zuverlässigen Angaben, es wird jedoch geschätzt, daß diese Krankheit pro 2500 Einwohner einmal auftritt. Die Pol yneuropathie ist eine Krankheit des sog. peripheren (= außerhalb von Hirn und Rückenmark) Nervensystems und betrifft sowohl sensible (= der Empfindung dienende) als auch motorische (= die Muskeltätigkeit regelnde) Nerven. Die ersten Symptome (= Krankheitszeichen) sind Missempfindungen wie Kribbeln, Brennen oder unangenehme Temperaturempfindungen. Im weiteren Verlauf treten Sensibilitätsstörungen (= z.B. herabgesetzte Wahrnehmung von Berührungen, vermindertes Vibrationsempfinden) und Schmerzen (hpts. Füße, Unterschenkel, Hände) hinzu. Polyneuropathische Schmerzen
treten in der Folge oder als Symptom
(= Anzeichen) verschiedener
Erkrankungen auf und stellt kein eigenständiges Leiden dar. Metabolische
(= stoffwechselbedingte)
polyneuropathische Schmerzen entstehen bei Diabetes mellitus durch Bildung von
Ketone (= Kohlenwasserstoffderivate).
Da solche Ketone für die
Nerven
ja auch ein "Gift" darstellen, könnte diese metabolische
Poly
neuropathie
letztlich auch als tox
ische
Polyneu
ropathie
bezeichnet werden.
Die Unterscheidung zwischen diabetische r und alkoholische r Poly neuropathie ist häufig anhand der Sudomotorik (= Schweißverhalten) der Fü ße möglich; sie sind beim Diabetiker meist schilfrig trocken, bei Alkoholmißbrauch nicht selten stark schweißig (Neundörfer 1988). Bei einer
Poly
neuropathie
klagen die Patienten über brennen
de
Dauerschmerzen
im Versorgungsgebiet peripherer
(= außerhalb Rückenmark und
Gehirn verlaufender)
Nerven,
Parästhesien
(= Fehlempfindungen),
Hyperästhesien und
Hyperpathien
(= gesteigerte
Berührung
sempfindlichkeiten),
Druckschmerzhaftigkeit von Ner
ven
und
Muskeln sowie evtl.
über motorische (=
die
Muskel
funktion betreffende)
Reizerscheinungen (Cram
pi) (Gerstenbrand et Rumpl 1988). Betroffen sind hpts. die
Füße /
Beine, gefolgt von
Hände
/
Arme.
Charakteristisch sind socken- bzw.
hand
schuhförmige Sensibil
itätsstörungen
(= Störungen der
Empfindlichkeit). Eine Sonderform der diabet ischen (metabolische n) Polyneu ropathie stellt das Lundbaek-Syndrom dar. Dabei kommt es bei länger bestehendem Diabetes mellitus zu Parästhesien (= Fehl-, Mißempfindungen), Bewegungsschmerzen, intermittierendes Muskel versagen, Muskelsteife und Druckschmerzhaftigkeit im Hand / Unterarm -Bereich (Therapie siehe unten). Bei der klinischen Untersuchung fallen bei
polyneuropathische
n Schmerzen vor allem Hypo- bis
Areflexie (=
Abschwächung bis hin zu Ausfall der Muskeleigenreflexe),
Ausfälle im Vibrationsempfinden (Pallhypästhesie
bis hin zu
Pallanästhesie im Stimmgabelversuch) und Störungen der Sudomotorik
(= Schweißverhalten)
auf, die von Lähmungen begleitet sein können. Je nach Verteilungsmuster
unterscheidet man die symmetrische und asymmetrische, rein sensorische
(= die Empfindlichkeit
betreffende) oder
sensorisch-motorische
(= die Empfindlichkeit und
Muskelkraft betreffende) Form einer
Polyneu
ropathie. Eine häufig unterschätzte Komplikation der schweren peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) stellt die ischämische Polyneu ropathie dar. Bei der klinischen Symptomatik treten motorische Defizite (= Muskelschwäche) gegenüber Schmerzen und Sensibilitätsstörungen zurück. Überwiegend handelt es sich um asymmetrische (= ungleich verteilte), nur die Be ine betreffende Manifestationstypen. Alle Nervenfaserklassen sind betroffen. Neben der ischämische n Polyneu ropathie findet sich häufig die Kombination mit einer diabet ischen Poyneuropathie, gekennzeichnet durch klinische und neurophysiologische Unterschiede. (mod. n. Deutsches Ärzteblatt 97, Ausgabe 42) Unter polyneuropathische n Schmerzen können sich u.a. folgende Krankheitsbilder verbergen:
Kausale
(= auf die Ursache gerichtete)
Therapie polyneuropathische
r Schmerzen: Symptomatische
(= auf die Krankheitszeichen
ausgerichtete) Therapie
polyneuropathische
r Schmerzen: Physikalische Therapie bei
polyneuropathische
n Schmerzen: Neuerdings führen wir bei einer Polyneu ropathie im Bereich der unteren Extremität (= Bein) zusätzlich mit gutem Erfolg die SynOpsis Therapie durch. Die Unterschenkel des Pat. befinden sich dabei in einem mit Wasser gefüllten Gefäß. Über einen Computer werden der Flüssigkeit Schallwellen einer bestimmten Frequenz pulssynchron (= in Abhängigkeit vom Pulsschlag) zugeführt. Es handelt sich dabei um ein sog. syncardiales (= im gleichen Rhythmus) Gefäßtraining. Durch die Verbesserung der Durchblutung wird der Stoffwechsel der Nervenzellen optimiert. Mehr über diese Therapie erfahren Sie hier: www.1-avk.de (einfach anklicken). Auch eine sog. Hochtontherapie kann sehr hilfreich sein. Therapie mit
Lokalanästhetica
(=
örtliche Betäubungsmittel)
bei polyneuropathische
n Schmerzen: Fast regelmäßig kommt es nach einer intensiven Blockadebehandlung zu einer Besserung der Pallästhesie (= Vibrationsempfinden), so daß sich die diesbezügliche Untersuchung zur Objektivierung eines Behandlungserfolges eignet. Intravasale
(= in ein Blutgefäß verabreichte)
Lokalanästhetika-Gabe: Sehr gute Erfolge sehen wir, wenn oben beschriebene Nervenblockaden mit einer Infusionsserie kombiniert wird. Der Infusionslösung (z.B. 500 ml NaCl) werden 1-1,5 mg/kg Körpergewicht Lidocain zugesetzt. * Bei der sog. kontinuierlichen Blockade eines Ner ven mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch dicht an den betroffenen Ner ven oder das betroffene Nervengeflecht eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels in den Katheter auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche intensive Blockadebehandlung auch das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen. Wenn polyneuropathische Schmerzen längerfristig bestehen, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen. Die invasiven (= in den Körper eindringenden) Therapiemethoden der speziellen Schmerztherapie setzen eine sehr gründliche fachärztliche Ausbildung voraus, weshalb sie nur in wenigen therapeutischen Einrichtungen angeboten werden können. Insbesondere sind die kontinuierlichen Blockaden mittels eingepflanztem Katheter in Deutschland nur in ganz wenigen Schmerzzentren (Schmerzkliniken) durchführbar, so z.B. in Bad Mergen theim. Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.eu (einfach anklicken). Was brachte die Gesundheitsreform für Patienten mit chronischen Schmerzen? klicken Sie dazu hier! Wenn Sie eine genaue Anfahrtsbeschreibung ab Ihrem Wohnort wünschen, klicken sie hier. Die Klinik im Film - Zu einem 3-min. Fernsehbeitrag über Schmerzbehandlungen gelangen Sie hier (einfach anklicken).
- Für Sie waren wir sehr fleißig - --------------------------------------- http://www.polyneuropathische-schmerzen.de kusb&03/08 |